Prüfungen Menschliches Lernen (Erziehungswissenschaften I)

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Wintersemester 2006 / 2007

Die Prüfungsfragen waren bereits vorgängig bekannt. Aus einer Sammlung von 25 Fragen erhalten alle zufällig 3 Fragen ausgewählt, zu denen eine Antwort in Essay-Form (1 bis 3 Seiten) erwartet wurde.


Erörtern Sie, wie professionelles Handlungswissen von Lehrpersonen aussehen sollte.

  • keine Rezepte
  • Fachwissen, allgemeines Wissen über Lernen und Lehren sowie Fachspezifisches pädagogisches Inhaltswissen
  • Reflektionsmöglichkeiten
  • Bsp. Missverstädnisse -- um Missverständnisse aufzuklären muss der Lehrer wissen, wie diese entstanden seien können und wie diese gezielt aufgelöst werden können. Dazu reicht Fachwissen nicht aus.


Was versteht man unter Lernen und unter welcher Perspektive kann man dieses erforschen?

  • Lernen ist eine relativ permanente Veränderung in Abhängigkeit von der Erfahrung.
  • verschiedene Perspektiven benennen unterschiedliche Arten von Veränderung: Veränderung des Verhaltens = Behaviourismus, Veränderung von mentalen Repräsentationen und Assoziationen im Geist = Kognitive Perspektive.
  • ebenfalls neurobiologische Aspekte, Verbindungen zwischen Nervenzellen herstellen und auflösen


Beschreiben Sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten von klassischem und operantem Konditionieren.

  • Gemeinsamkeiten: Konditionierung bezeichnet Reiz-Reaktions-Lernen, d.h. man fördert oder unterdrückt eine gewisse Reaktion durch Hinzufügen oder Entfernen von Reizen.
  • Klassisch: kombiniere unkonditionierten Reiz und konditonierten Reiz, d.h. verbinde Reiz der gewünschte Reaktion auslöst mit neutralem Reiz = konditionierter Reiz. Kann nur bereits gezeigte Reaktionen durch einen anderen Reiz auslösen. Der Lernende reagiert nur auf die Stimuli.
  • Operant: Reiz als Belohnung oder Bestrafung nach Zeigen der Reaktion. Man kann Reaktionen lernen, die nicht durch einen anderen Reiz ausgelöst wurden. (Bsp. Ratte mit Hebel und Futter). Der Lernende steuert das Auftreten der Stimuli.


Erörtern Sie die Bedeutung des klassischen Konditionierens für das menschliche Lernen mit besonderem Schwerpunkt auf schulischem Lernen.

  • Üben ist wichtig
  • Lernen im positiven Umfeld, positive Emotionen mit Lernen verbinden
  • ungewünschtes Verhalten austreiben durch andere Reiz-Reaktions-Verbindung
  • Lernen kann nur beurteilt werden, wenn man Veränderungen im Verhalten beobachtet.
  • unbewusste UCS (meine Glatze erinnert Schüler an alten Mathe-Lehrer)


Erörtern Sie die Bedeutung des operanten Konditionierens für das menschliche Lernen mit besonderem Schwerpunkt auf schulischem Lernen.

  • ohne Feedback kein Fortschritt (Bsp. blind eine Linie zeichnen)
  • Erfolgserleben in der der Schule motiviert zu weiterem Lernen
  • Vokabellernen, das keinen direkten (für den Lernenden sichtbaren) Nutzen hat, durch Belohnungen verstärken


Welche Konsequenzen können dem Verhalten im Paradigma des operanten Konditionierens folgen und welche unterschiedlichen Auswirkungen zeigen sich auf zukünftiges Verhalten?

  • Entzug bzw Verabreichen des Stimulus
  • positiv bzw negativ erlebter Stimulus
  • Verabreichen eines positiven Stimulus (=positive Verstärkung) oder Entzug eines negativen Stimulus (=negative Verstärkung) = Aufbau eines Verhaltens
  • Verabreichen eines negativen Stimulus (=aktive Bestrafung) oder Entzug eines positiven Stimulus (=passive Bestrafung) = Abbbau eines Verhaltens


Was macht Bestrafung häufig problematisch und wie müssen Strafreize appliziert werden, damit sie ihre Wirkung nicht verfehlen?

  • Bestrafung unterdrückt ein Verhalten, löscht es aber vmtl nicht
  • ist Bestrafung nicht hart genug, tritt das Verhalten öfter auf
  • Strafe lenkt ab, zu harte Strafe beeinträchtigt Selbstkonzept und Fähigkeit zur Empathie
  • Verhalten wird in anderen Situationen gezeigt (in der mildere Bestrafung zu erwarten ist, z.B. bei anderem Lehrer)
  • man muss Alternativen aufzeigen und es muss klar sein, warum gestraft wird (zu unterlassendes Verhalten muss klar sein)
  • Vorwarnen, Chance geben, das Verhalten zu unterlassen, aber keine leeren Drohungen


Erörtern Sie an Beispieluntersuchungen, warum Lernen am Modell als kognitive Lerntheorie zu verstehen ist.

  • Stellvertretendes Lernen (Bandura): Verbot -> Modell gelobt, gerügt oder keine Reaktion => Versuchskinder verstossen häufiger gegen das Verbot
  • Verzögertes Lernen, zu imitierendes Verhalten wird ausgewählt (Motivation, Fähigkeit), Lernen am Modell ist zielorientiert


Erörtern Sie auch am Beispiel der Untersuchung von Tolman, warum es nicht einmal bei Ratten ausreicht, Lernen auf Reiz-Reaktions-Verbindungen zu reduzieren.

  • Tolman: Labyrinth, Standard-Weg versperrt, welchen anderen Weg wählen die Ratten? Reiz-Reation= nächster Gang, kognitive Karte im Kopf = Gang der in die Richtung geht (Abkürzung)
  • Latentes Lernen, Ratten, die nach 10 Tagen für das Absolvieren des Labyrinths belohnt werden, machen grössere Fortschritte als Ratten, die von Anfang an belohnt werden. Die Ratten haben etwas gerlernt, aber solange es sich nicht lohnte, wurde das Verhalten nicht gezeigt.


Erläutern Sie am Beispiel von für die Schule relevanten Fragestellungen den Unterschied zwischen experimenteller und quasiexperimenteller Vorgehensweise.

  • experimentell = unabhängige Gruppendesigns oder Messwiederholungsdesigns. Unabhängige Variable wird vom Experimentator kontrolliert. Bsp. Unterrichtsformen vergleichen. Gruppen werden zufällig aufgeteilt und werden unterschiedlich unterrichtet.
  • quasi-experimentell = unabhängige Variable wird nicht vom Experimentator beeinflusst, sondern vorgefunden. Bsp. Einfluss des Geschlechts auf Lernleistung. Abhängige Variable (Geschlecht) kann nicht zufällig verteilt werden. Bestehende Gruppen müssen untersucht werden. Gefahrder Kofundierung mit anderen Variablen (z.B. Bildungsgrad und Einkommen der Eltern), kann statistische herausgerechnet werden, wenn Variablen bekannt und erhoben.


Erörtern Sie, was an dem Satz falsch ist: "Mit Hilfe der Signifikanzprüfung kann man herausfinden, ob eine Hypothese falsch ist oder nicht."

  • Signifikanzprüfung = Vergleich mit dem Zufall
  • Signifikanzprüfung sagt, dass Ergebnis mit geringer Wahrscheinlichkeit (in der Regel <5%) zufällig zustande gekommen ist. Sagt aber nichts über die Richtigkeit des Hypothese aus. Bsp Kupfermünze gezinkt mit etwas Gold, damit mit höherer Wahrscheinlichkeit Kopf oben liegt beim Münzwurf. Wenn das Resultat signifikant ist, hat man oft genug geworfen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass zufällig so häufig Kopf gekommen ist unter 5% liegt. Ob allerdings die Münze wirklich mit Gold gezinkt wurde, kann nicht abgeleitet werden.


Welche Bedeutung kommt dem Skalenniveau einer Variable in der empirischen Lernforschung zu? Bringen Sie Beispiele für die Messung von Variablen auf den vier unterschiedlichen Skalenniveaus. Erörtern Sie, welche Konsequenzen das Skalenniveau für die statistische Auswertung hat. Gehen Sie ausserdem auf folgende Frage ein: Wie müssen Schulleistungstests konstruiert sein, damit sie das Intervallskalenniveau erreichen?

  • Nominalskala: Zahlen dienen nur der Differenzierung (=Namensgebung der Klassen), Bsp Geschlecht m=0, w=1. Auf diesem Niveau kann nur der Modalwert (Wert der am häufigsten angenommen wird berechnet werden).
  • Ordinalskala: Zahlen drücken grösser/kleiner-Beziehungen aus, aber Abstand hat keine Bedeutung. Bsp Schulnoten. 6 ist besser als 5, aber nicht klar wie viel besser (von 4 nach 5 ist nicht gleich weit wie von 5 nach 6). Hier kann der Median berechnet werden (Werte sortieren, Wert in der Mitte der Reihe ist Median)
  • Intervallskala: Abstände haben eine Bedeutung, aber keine Verhältnisse berechenbar, da kein Nullpunkt vorhanden. Bsp. Temperatur. 25° ist 5° wärmer als 20° aber nicht halb so warm wie 50°. Ab hier kann ein Mittelwert berechnet werden.
  • Verhältnisskala: Auch das Verhältnis hat eine Bedeutung. Bsp Geld (hat Nullpunkt, Verhältnisse und Abstände sind klar definiert).
  • um Intervallskala zu erreichen: Skalierung der Aufgaben notwendig. Jede Aufgabe hat gleiches Gewicht, bei vielen Aufgaben zeigt sich Normalverteilung des Gesamtwertes.


Welche Aspekte der Theorie Piagets sind überholt und welche Aspekte sind insbesondere für das Verstehen schulischer Lernprozesse noch immer aktuell? überholt

  • stufenweise Veränderung
  • inhaltsunabhängige Entwicklung
  • Tabula-Rasa-Annahme
  • Handlung nicht das wichtigste
  • Kinder viel weiter entwickelt als Piaget angenommen hatte

aktuell

  • Lernen = konstruktiv, Strukturen
  • Assimilation / Akkomodation sind plausible Mechanismen des Lernens
  • Zentrierung, Egozentrismus, fehlende Reversibilität und Inflexibilität im Umgang mit Begriffen sind lebenslange Handicaps beim Lernen
  • Begriffe entwickeln sich zunehmend abstrakt


Was wissen bereits Säuglinge über die physikalische Welt? Erläutern Sie dies am Beispiel einer Untersuchung mit dem Habituationsparadigma.

  • Säuglinge haben Konzepte der Kontinuität und Solidität
  • Habituationsparadigma: Um Wissen der Säuglinge zu testen, untersucht man, wie lange sie sich für etwas interessieren. Man gewöhnt sie an etwas (Habituation) und verändert dann die Anordnung. Wenn der Säugling länger schaut als die Kontrollgruppe, ist der Ausgang des Experiments ungewohnt. Bsp. Ball durch Öffnung fallen lassen, bis Säugling nicht mehr interessiert ist, dann zu grossen Ball durch die Öffnung fallen lassen, Säuglinge sind von diesem unmöglichen Ausgang des Experiments länger fasziniert als von der Variante wenn ein kleinerer Ball durch das Loch fällt oder der Ball stecken bleibt (mögliche Situationen).


Worin unterscheiden sich nach moderneren Theorien der geistigen Entwicklung Kinder und Erwachsene im Denken?

  • Erwachsene haben grosses Wissen aufgebaut und dieses strukturiert, integriert und automatisiert
  • dieses Wissen erlaubt Konzentration auf komplexere Aufgaben, da es effektiver eingesetzt werden kann
  • Erwachsene haben Begriffe in definitorischer Form statt nach charakteristischen Merkmalen abgespeichert (Bsp Wal ist ein Säugetier und kein Fisch)
  • Entwicklung des Frontalhirns erlaubt Erwachsenen bessere Hemmung und Aktivierung von Information, die Beschränkung des Arbeitsspeichers um zielorientiert zu arbeiten wird effektiver.


Was kann das 3-Speicher-Modell der Informationsverarbeitung erklären?

  • sensorischer Ultrakurz-Speicher, Arbeitsgedächtnis und Langzeit-Gedächtnis
  • alle Informationen aus der Umwelt werden wahrgenommen, aber nur was Aufmerksamkeit erhält, wird gespeichert. Bsp. erinnere mich an letzte 3 Worte des Dozenten, obwohl ich nicht aufgepasst habe (war noch im sensorischen Speicher), aber nicht an mehr (wurde auf Grund mangelndem Interesse nicht verarbeitet).
  • ermöglicht zielgerichtetes Arbeiten, da unwichtige und störende Reize aus der Umwelt nicht ins Arbeitsgedächtnis kommen
  • Langzeitgedächtnis erklärt unvollständiges Abrufen der Information. Das Wissen wurde codiert und ins bestehende Netzwerk integriert.


Warum macht uns die Einschränkung der Arbeitsgedächtniskapazität überhaupt erst handlungsfähig und warum und wie schaffen wir es trotz eingeschränkter Arbeitsgedächtniskapazität komplexe Anforderungen zu bewältigen?

  • Einschränkung erzwingt Filterung, d.h. wir können zielgerichtet arbeiten statt anderen Reizen zu erliegen (Bsp. Arbeitsweg, interessantes Schaufenster) und können uns aufs Wesentliche konzentrieren
  • Prozeduralisierung von Handlungselementen, Bündelung von Wissen und Kontext-Einbettung ermöglichen es, Aufgaben mit der Zeit effizienter (d.h. mit geringerem Bedarf im Arbeitsgedächtnis) zu lösen und so zu komplexeren Handlungen zusammenzufügen.
  • Bsp. Kind hebt falsches Tuch hoch, blicht aber richtige Stelle an, Handlung noch nicht automatisiert.
  • Bsp. Schleifenprogrammierung: Struktur wird automatisiert, man kann komplexere Programme schreiben, weil Grundelemente ohne Aufwand verfügbar sind.


Was hat man sich unter Chunking (Bündelung) vorzustellen und wie könnten Chunkingprozesse in Ihrem Unterrichtsfach aussehen?

  • Chunking = Integration mit bestehendem Wissen um Neues aufzunehmen, Vernetzung des Wissens. Informationen zu grösseren Einheiten zusammenfassen.
  • Bsp Datenstrukturen: komplexe Baumstrukturen in der Informatik zur Speicherung von Daten ähneln sich in gewissen Teilen. Viele Ideen, die man an einem einfachen Baum gesehen hat, lassen sich auch auf komplexere Bäume anwenden und können so effizient gelernt werden. Bsp. Rotationsmechanismen um den Baum zu balancieren.


Wie würden Sie als zukünftige Lehrperson auf den Vorschlag einer Kollegin oder eines Kollegen reagieren, Gedächtnistraining und Gehirnjogging in die Schule zu bringen?

  • Untersuchungen über Latein haben gezeigt, dass nur Latein gelernt wird
  • Gedächtnis hängt entscheidend vom bereits vorhandenen Wissen ab
  • Gehirn ist kein Muskel, kann nicht unspezifisch trainiert werden
  • Lern-/Gedächtnis-Strategien an konkretem Stoff / Aufgaben üben und nur bei Problemen Tipps geben
  • Training von IQ-Tests verbessert Leistung in dieser Sorte Tests, nicht die Intelligenz


Welche Formen kann Wissen annehmen und wie kann sich Wissen durch Lernen verändern? Erörtern Sie dies möglichst an Beispielen aus Ihrem Unterrichtsfach.

  • deklaratives Wissen (Faktenwissen, konzeptuelles Wissen), prozedurales Wissen, Strategie-Wissen
  • in allen Modalitäten gespeichert, Bilder, Wörter und Symbole, usw.
  • Lernen durch Anwenden von Wissen. Aus deklarativem Wissen wird prozedurales Wissen, Automatisierung
  • Lernen kann Wissen strukturieren, ordnen, Nutzung des Wissens macht es einfacher abrufbar, die Verbindungen zwischen den Knoten werden gestärkt
  • durch Akkomodation und Assimilation neues Verständnis aus Vorwissen aufbauen
  • Fakten: aktuelle Prozessor-Taktraten, Konzepte: grober Ablauf der Schritte in einem Prozessor, Prozeduren: kann im Schlaf Schleifen programmieren, Strategie: kann neue Programmiersprache lernen, weil Konzepte und Grundideen, Aufbau bekannt


Begriffswissen ist zentral für das schulische Lernen. In welcher Form können Begriffe vorliegen und wie können sie sich durch Lernen verändern? Erörtern Sie dies an Beispielen, wenn möglich aus Ihrem Unterrichtsfach.

  • Symbole, Bilder, verbal, alle sensorischen Modalitäten möglich
  • in Netzwerken integriert, Begriff aktiviert umliegende Knoten im Netzwerk, Kontext in dem Begriff gebraucht wird
  • Assimilation (Bestehender Begriff wird auf neues angewendet) und Akkomodation (Begriff wird angepasst um auf neues anzuwenden)
  • Lernen = Verknüpfen des Begriffs mit anderen Objekten, z.B. Missverständnisse auflösen: Begriff mit neuem Inhalt füllen, dann wird alte Verbindung wenig genutzt und wird vergessen


Welche Grundidee liegt der Konstruktion eines Intelligenztests zugrunde und wie wird der IQ bestimmt?

  • Intelligenztests bauen auf der Idee, dass Intelligenz gleichverteilt ist. Der IQ bezeichnet im Grunde die Abweichung der Leistung im Test vom Rest der Testpersonen, d.h. IQ 100 ist immer der Mittelwert der Testergebnisse. Zwischen 85 und 115 liegen 68% der Testergebnisse. Die Tests müssen also genormt und balanciert werden, damit das zutrifft.
  • wobei 100 Basiswert, x: Ergebnis, M: Mittelwert, s: Standardabweichung
  • Intelligenztests können verschiedenes Wissen prüfen: Allgemeinwissen, Begriffswissen, Ähnlichkeiten, Mathe, Verstehen, Aufmerksamkeitsspanne
  • Lösung muss eindeutig richtig oder falsch sein, Symbole und Materialien müssen bekannt sein
  • Kultur-unabhängige Intelligenztests sind gescheitert. Besuch der Lerngelegenheiten entwickelt erst die Fähigkeit die entsprechenden Tests auszufüllen, damit man die Logik der Fragen verstehen kann. (Bsp. deduktives Denken mit unrealistischen Prämissen erfordert gewisse Verbildung, damit daraus Schlüsse gezogen werden können ohne dass man die Prämissen hinterfragt, weil man den Sinn nicht erkennt)


Wie lassen sich Unterschiede im Intelligenzquotienten erklären?

  • Intelligenztests können trainiert werden
  • hängt davon ab ob Potential ausgeschöpft werden konnte (Lerngelegenheiten, Gesundheit, Versorgung)
  • grosser Teil genetisch bedingt, wenn optimale Lern- und Lebensbedingungen herrschen, treten die genetischen Unterschiede stärker auf
  • Dauer des Schulbesuches, Ferieneffekt, Lernumgebung (Schulstufe), Ernährung (neurobiologische Effekte)


Wie kann man intrinsische Motivation im Unterricht zerstören und welche Bedeutung kommt der extrinsischen Motivation beim schulischen Lernen zu?

  • intrinsische Motivation = man tut etwas um der Aktivität willen
  • kann zerstört werden durch Kontrolle, Instrumentalisierung der Aktivität. Nicht mehr um der Aktivität willen, sondern um Lücken zu füllen, Aktivität kann nicht so ausgeführt werden, wie gewünscht (Beginn, Ende, Rahmenbedingungen). Aktivität wird belohnt, man tut es für die Belohnung nicht mehr um der Aktivität willen.
  • Intrinsische Motivation hat stärkere positive Auswirkungen auf das schulische Lernen und sollte daher gefördert werden (z.B. nicht Belohnung sondern persönlichen Fortschritt betonen). Extrinsische Motivation ist aber besser als keine Motivation und ausser in Ausnahmefällen (wie oben beschrieben) auch nicht inkompatibel mit intrinsischer Motivation. Extrinsische Motivation sollte nicht die Hauptrolle übernehmen.


Wie kann man als Lehrperson eine günstige Form der Attribution von Erfolg und Misserfolg bewirken?

  • Attribution = Ursache-Wirkung-Erklärung für Ereignisse wie Erfolg / Misserfolg
  • Kommentieren einer Leistung beeinflusst Attribution, Misserfolge sollten beeinflussbaren, veränderlichen, internen Faktoren zugeschrieben werden (z.B. zu wenig gelernt), dem Studierenden Möglichkeiten zur Besserung aufzeigen. Erfolge sollten ebenfalls beeinflussbaren, veränderlichen, internen Faktoren zugeschrieben werden (z.B. viel gearbeitet) aber auch stabile Faktoren beinhalten (z.B. du kannst das gut), damit darauf aufgebaut werden kann.
  • Gut gemacht, du kannst das wirklich und hast hart gearbeitet um noch besser zu werden.
  • Vielleicht solltest du nächstes Mal mehr lernen. Ich zeige dir ein paar Lernstrategien.
  • Schüler ermutigen, Herausforderungen anzunehmen
  • hohe Erwartungen an Schüler haben, Herausforderungen stellen, welche die Schüler meistern können, Erfolgserleben